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Sachsen, Kittlitz: Schloss und alte Wirtschaftsgebäude im Jahre 2007 - warum ich nach Kittlitz fuhr ...[www.pictokon.net]
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Sachsen, Kittlitz: Schloss und alte Wirtschaftsgebäude im Jahre 2007 - warum ich nach Kittlitz fuhr ...
Das Kittlitzer Schloß mit dem achteckigen, sogenannten Freimaurerturm.

Vor über 200 Jahren fanden hier sicher, wie im Schloß in Unwürde, freimaurerische Tempelarbeiten statt.

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Im Frühjahr 2006 tagte ein Symposium der modernen Freimaurer-Forschungsloge Quatuor Coronati in Kittlitz. Das Thema des Treffens war ''die Strikte Observanz'' und man tagte deshalb im Kittlitzer Schloss, weil es zu den ehemaligen Besitzungen des Freiherrn von Hund gehörte, dem Gründer des genannten Ordens.

Man wollte auch die Kittlitzer Kirche besichtigen, welche 1750 nach Plänen des Freiherren Hund
gebaut wurde – doch in dieser Beziehung gab es Probleme mit dem Ortspfarrer Dr. Rabe, der den
Freimauren den Zutritt zur Kirche verwehrte. Die Verhaltensweise des Pfarrers entwickelte sich
zu einer peinlichen Angelegenheit, denn man wendete sich von Seiten der Quatuor Coronati
daraufhin direkt an den sächsischen Landesbischof – der wiederum gegen das Hausrecht der
Ortsgemeinde keinerlei Machtbefugnisse geltend machen konnte – und so endete das Ansinnen
der Tagungsgäste in einem Zerwürfnis.

Durch Zufall erfuhr ich von dieser seltsamen Geschichte und daraufhin wollte ich möglichst schnell
nach Kittlitz fahren, um herauszufinden, was in dieser Kirche verborgen werden sollte.

Freiherr von Hund war davon überzeugt, dass sich in Kittlitz früher eine templerische Kommandantur befand –
und er hatte, laut Bericht, die Kirche in der Art einer Freimaurerkirche errichtet.

Ich dachte ursprünglich an Freimaurersymbolik in der Kirche, etwa in der Art, wie man sie von
alten schottischen Kirchen kennt: mit gedrehten Säulen oder figürlichen Schmuckelementen,
auf denen der Baumeister Hiram zu sehen ist.
Vor meiner Reise nach Kittlitz kontaktierte ich einige Mitglieder des örtlichen Kulturvereins, der,
wie sich später herausstellte, eine Vermittlerrolle zwischen Quatuor Coronati und Pfarrer
Dr. theol. Rabe innehatte.
Was die Kirche betraf, so musste ich meine Vorstellungen etwas korrigieren, denn Symbole in den
Zierden der Kirche gibt es nicht – hingegen einen wunderschönen barocken Dorfkirchenbau
mit einem gedehnten Chorraum, mit einem barocken Altar.

Lediglich die Grundformen des Kirchenschiffs und die des Kirchenturms sind achteckig,
das ist die typische Form der Taufkirchen, die so zum Teil auch von den Freimaurern an ihren Bauwerken
übernommen wurde – als Beispiel fällt mit spontan ein turmartiger Freimaurer-Bau ein,
welcher sich an der einer Tropfsteinhöhle (Schulerloch) bei Kehlheim befindet. (die Höhle wurde früher als
Schulungs- und Einweihungsort von Freimaurern genutzt). Die Acht – der achteckige Bau, das Oktogon,
symbolisiert das Neue, das Wiedergeborene oder eine neue Bewusstseinsebene.
Auch der heute noch erhaltene „Freimauerturm“ im Kittlitzer Schloss –vormals eventuell Freimaurertempel –
ist ein Oktogon und dieser wird derzeit vom dortigen Kulturverein mit viel Enthusiasmus rekonstruiert.


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Karl Gotthelf Freiherr von Hund und Altenkrottkau (1722 bis 1776) Die Strikte Observanz und die barocke Dorfkirche in Kittlitz bei Löbau (Recherchen) Die Strikte Observanz: Ziele und Ziellosigkeit - und die sogenannten klerikalen Akten
Portrait des Karl Gotthelf Freiherrn von Hund,

dem Gründer der Strikten Observanz, eines Nachfolgeordens der Templer.
(falsch ist der Titel Baron von Hund, wie oft zu lesen, denn Baron ist er nie gewesen)

Die "Freimaurerkirche" in Kittlitz - diese Dorfkirche wurde durch den Freiherrn von Hund an Stelle der alten, baufällig gewordenen Kirche geplant und gebaut ...

Die Bezeichnung als Freimaurerkirche ist natürlich nicht korrekt ... Freiherr von Hund war zwar Freimaurer, wie viele seiner adligen Zeitgenossen, doch er selber sah den Kirchenbau als eine "Templerkirche". Wenn man so will, so ist es der jüngste Kirchenbau des Templerordens überhaupt - die Freimaurer (wie schon im Mittelalter) führten lediglich den Bau aus ...

Bild: Biltafel aus den so genannten klerikalen Akten der Templer ...
Quelle: Geschichte der Freimaurerei in Deutschland, von Ferdinand Runkel (Berlin, 1942)



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