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Familien als Verlierer
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■ Quelle, Der Spiegel 32/2008, 4. August 2008: ''... Als familienpolitischer
Sprecher der CDU/CSU- Bundestagsfraktion setzt sich der vielfache Vater
[Johannes Singhammer] seit Jahren für Kinderreiche ein.
■ Sein jüngster Vorstoß sieht ein Prämienmodell vor: Mit steigender Kinderzahl
soll die Höhe des Kindergeldes wachsen. ... 154 Euro im Monat zahlt der Staat
derzeit ab dem ersten Kind, ab dem vierten gibt es 179 Euro.
■ Während die SPD das Kindergeld ab 2009 nur um voraussichtlich 10 Euro für alle
erhöhen will, fordert Singhammer einen Aufschlag von 20 Euro für das dritte und
50 Euro ab dem vierten Kind.
■ Viele Großfamilien sind arm, dies sei eines der Argumente, die für eine solche
Regelung sprechen, sagt Singhammer ... Tatsächlich steigt das Armutsrisiko ab
dem dritten Kind. Das Problem ist nur: Gegen die bereits bestehende Armut hilft
die gewünschte Kindergelderhöhung kaum ...''
■ Weiter wird im Zeitungsbericht darüber nachgedacht, ob die Erhöhung des
Kindergeldes die Deutschen zur Zeugung von mehr Kindern [1,4 pro Frau], als
bisher anregt. Man kommt zum Ergebnis, das dieses wohl nicht der Fall sein wird.
''Würde man das Kindergeld um Zehn Prozent der Kinderkosten aufstocken, so die
Rechnung, stiege die Geburtenziffer in Deutschland um 0,03 Kinder pro Frau.''
[nebenbei bemerkt, mit 1,4 Kindern pro Frau sterben wir Deutsche aus]. Der
Zeitungsartikel spiegelt wohl recht genau das Denken in unserem Lande wieder.
■ Ich meine nur, bei der ganzen Rechnerei wird von einer Tatsache abgelenkt.
Große Familien sind in Deutschland extrem benachteiligt. Also: die Familien mit
1,4 Kindern pro Frau werden von der Gesellschaft ausgebeutet. Dort muss zuerst
Gerechtigkeit hergestellt werden. Dann kann man auch mal darüber nachdenken, wie
unser Land Kinderfreundlicher wird und wie dann sicher auch mehr Kinder geboren
werden. das hat dann tatsächlich nichts mit Geld zu tun.
■ Ich behaupte hier, dass unsere kinderreiche Familien von Staat und
Gesellschaft schlimm benachteiligt werden. Ich will das mal ein einem Beispiel
verdeutlichen. Man könnte landläufig denken, das Kindergeld sei eine Zuwendung
vom Staat. Aber das ist eben nur ein Teil des Geldes, was der Fiskus zuvor den
Familien entzogen hat. Nehmen wir allein nur die Mehrwertsteuer her:
■ Eine größere Familie mag im Monat 3000 Euro für Lebensmittel, Auto, Kleidung
usw. ausgeben. Dann zahlt sie dabei etwa 480 Euro Mehrwertsteuer monatlich an
den Staat. Wir gehen davon aus, das wegen fehlendem günstigen Wohnraum, vor
einem Jahr ein Eigenheim gebaut wurde: Kosten [ohne Grunderwerbssteuer] 220.000
Euro. Dann hat sie mit einem Schlag im letzten Jahr 35126,05 Euro Steuern in die
Gesellschaft investiert. Weil unsere Beispielfamilie aber das Haus finanzieren
muß, hat sie dementsprechend auch einen Kredit für den Teil der Mehrwertsteuer
aufnehmen müssen.
■ Bei 35.000 Euro wäre das bei einem derzeitigen Darlehenszins von 5,25% und 2%
Tilgungsrate eine monatliche Belastung von 210 Euro! Und das zahlt der
Familienvorstand gut 25 Jahre, also mindestens 63.000 Euro an die Bank, eben
wegen des väterlich sorgenden Staates.
■ Also: allein die steuerliche Belastung durch Mehrwertsteuer schlägt bei einer
größeren Familie mit 690 Euro zu Buche. Aber da gibt es ja noch
Mineralölsteuern, wenn ein Elternteil gezwungen ist, mit dam Auto auf die Arbeit
zu fahren. Und wer ein mittleres Einkommen hat zahlt ja auch noch Lohnsteuer
oder Einkommensteuer.
■ Nicht zu vergessen: dabei hat ja der Staat schon die 35.126,05 Euro
Mehrwertsteuer von dem Eigenheim kassiert. Das ist schon mal das Kindergeld des
Staates für drei Kinder für über 6 Jahre. Doch die Familie zahlt, weil sie diese
Staatsabgabe über ein Bank finanzieren musste, monatlich 210 Euro dafür. Das ist
absolut irre! Die CDU [Klaus Töpfer] hatte aus diesem Grunde mal die
Eigenheimzulage erfunden. Die große Koalition hat sie wieder abgeschafft.
■ Ist das Auto der Familie auf Kredit gekauft, sagen wir mit Monatsrate 300
Euro, so sind da auch 57 Euro Mehrwertsteuer Drinnen enthalten. Dann hat der
Fiskus von einer Durchschnittsfamilie mit 3 Kindern [mit derzeit 462 Euro
Kindergeld] von deren Monatseinkommen 537 Euro monatlich Reingewinn.
Steuerabgaben oben: 480 + 57 + 426 [für 6 Jahre] = 963. Abzüglich des
ausgezahlten Kindergeldes = 537 Euro! Rechnen wir mal die Einkommensteuer und
die Mineralölsteuer hinzu, dann sind es 737 Euro, die der Staat monatlich von
einer fünfköpfigen Familie kassiert ... natürlich Rein-Gewinn. Familien in
Deutschland sind also immer die Verlierer.
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