[Garten und Gartengestaltung: Wassergarten, Gartenteich, Quellsteine, Bachlauf ...]
■ Mit der Entwicklung der
Teezeremonie bildete sich in Japan mit dem Teegarten ein eigenständiger
Gartentyp neben den traditionellen Gärten am Hause heraus und dieser
besondere Garten war zur vollkommenen Ausführung der Teezeremonie nötig.
Trittsteinwege,
Steinlaternen, die Anlage von Steinwasserbecken oder
besonderen Eingangspforten mit Trittsteinen wurden zu unentbehrlichen
Bestandteilen des Teehausgartens. Die Steinlaternen haben dabei ihre Herkunft
aus den buddhistischen Tempelgärten Japans, wo sie oft in langen Reihen als
Votivgabe angeordnet sind. Sie dienen also nicht wirklich zur Beleuchtung des
Gartens, da sie selten angezündet werden und haben heute meist eine dekorative
Bedeutung.
■ Wie gesagt, haben die japanischen Steinlaternen haben ihren Ursprung in der
Teezeremonie die Japaner, deshalb sie hier auch ein kurzer Rückblick auf dieses
eigentümliche Teeritual gestattet. Der Zenpriester Murata Shuko (1422-1502), der
die Besonderheiten der weltlichen Teegesellschaften am Hofe der Shogune kannte,
befasste sich bald selber mit der Kunst der Teezubereitung aus der Sichtweise
des Zen. Dieses kontemplative Teeritual wurde schnell weiterentwickelt, etwa von
Takeno Jo-o (1512-1555). Er begründete den Stil der Zubereitung des Wabi-Tee in
einer einfachen Hütte mit schlichten Teegerätschaften. Takeno Joo vereinigte die
Ästhetik des Zen mit der demokratischen Lehre der Gleichheit aller. Dieser Stil
wurde später von Sen Rikuyu, dem Schüler Jo-o's, bis zur Vollkommenheit
entwickelt und mit dem auch die Teehütte und der Teegarten. Die Steinlaternen
wurden spätestens von Sen Rikuyu, in die Symbolwelt des Gartens hineingenommen.
Ihre Herkunft haben die Steinlaternen jedoch aus den buddhistischen
Tempelgärten Japans, wo sie oft in langen Reihen als Votivgaben angeordnet sind.
Sie dienen nicht wirklich zur Beleuchtung, da sie nur selten angezündet werden.
Die Laternen sind Schmuck und Symbol für etwas Heiliges, für ein Gefühl der
Pietät oder Ähnliches. Wenn sie in der Dunkelheit erleuchtet sind, dann haben
sie die Aufgabe Stimmungen zu verbreiten. Die schönsten Lichteffekte hatte man
dabei wohl im Winter, wenn das Licht den liegender und fallenden Schnee
reflektierte. Diese so genannten "Yukimi Gata", die Schneebetrachtungslaternen,
haben extra breite und flache Dächer, damit der Schnee sich malerisch auf das
dach legen kann.
■ Eine andere Form sind die steinernen Rankei-Laternen, die an besonderen
Gartenplätzen aufgestellt werden, etwa an einem Teich - und zwar so, das sich
Licht und Laterne im Wasser widerspiegeln. Ein interessanten Bericht von einem
Gartenbesuch zeigt uns die besondere Vorgehensweise der Japaner, bei ihren
Gestaltungsideen "Man trat auf die
aus Bambusrohren gebildete Estrade, die so genannte Mondterrasse, gebaut für den
Genus des sich im Teich spiegelnden Vollmondes. Gegenüber am Abhang im Gebüsch
war eine Steinlaterne. Herr Shimomura erklärte, dass sie da stand, damit ihr
Licht in solchen Mondnächten die fliegenden Leuchtinsekten anlockt, deren
Lichter sich wiederum im dunklen Wasser spiegeln. Es war vollkommen still.
Zeitweilig begann schon irgendwo hinten ein feines Zikadenkonzert, um es bald
wieder abzubrechen. Manchmal sprang ein Fisch, und manchmal plumpste es. Es war
eine Schildkröte, die auf jenen Inselchen saßen und sich kaum von den Steinen
dort unterschieden ..." [Quelle, Taut, Bruno: Das japanische Haus und sein
Leben. Berlin, 1997]