■ Je mehr ich mich mit dem Thema "
Designer
Gartenhäuser" beschäftige, bemerke ich, dass schon bei den grundsätzlichen
Überlegungen vieles zu bedenken gibt. Zuerst habe ich mal in der ältern
Literatur nachgesehen, was da so über Designer Gartenhäuser geschrieben steht,
doch die gab es dazumal gar nicht. Wer etwa eine Villa hatte, der baute sich im
Garten oder Park maximal einen Pavillon dazu.
■ Das Gartenhaus zum Bewohnen gab es früher mehr in Kleingartenanlagen und
maximal im ländlichen
Garten,
aber kaum am Wohnhaus. Letzteres war so groß gebaut und mit einer Veranda
versehen, dass das Gartenhaus überflüssig war. Wer vermögend war, der hatte ein
irgendwo Landhaus, aber kein Wochenendhaus im heutigen Sinne.
■ Beliebt waren früher allerdings schön gestaltete kleine Gartenhäuser, die mehr
die Funktion von Pavillons hatten, wo man im Sommer Freunde und bekannte zum
Kaffeekränzchen traf. Dazu gibt es auch ein schönes Buch von Enno von Enno
Kayser mit dem Titel ''Gartenhäuser in Herrnhut Kleinode im Grünen'' ISBN:
978-3-939468-12-7.
■ Das Gartenhaus am Haus aus Holz war dann schon bei einfacheren Leuten zu
finden, wo es schon mehr der Erweiterung des Wohnraumes im Sommer diente, weil
Wohnungen etwa um 1900 sehr eng waren. Ähnlich ist es heute, wo man schnell
merkt, dass das Eigenheim oder Reihenhaus zu klein dimensioniert ist, etwa für
Familienfeuern, Freundpartys oder Übernachtungsgäste. Letztlich bestimmt sogar
der Grundriss eines Gartenhauses über das harmonische Bild im Hausgarten oder
Schrebergarten.
■ Ein kleines, recht interessantes Buch von Dr. Emilio Kentzler mit dem Titel:
Bau dir dein Gartenhaus selbst", Neumann Verlag Radebeul, 1968 im Bücherschrank.
Es folgt ein Textauszug über die Grundform eines Gartenhauses. Das scheint ein
wichtiges Thema, denn schon die Grundform entscheidet über den Standort, bzw. wo
und wie ein Gartenhaus harmonisch in die Landschaft passt. Der Standort
entscheidet, welche Grundform man wählen sollte. So sind Gartenhäuser mit
quadratischem Grundriss [u. Zeltdach], sowie die in Mode gekommenen
Sechseckgartenhäuser oder Finnkotas mehr zu Einzelstellung geeignet. Der
längliche Quader mit dem Satteldach oder flachem Pultdach ist in der Natur
unauffälliger und im Innenraum besser für Wohnzwecke zu teilen. Vermutlich sind
Erweiterungen an der Grundform eines Quaders auch gefälliger, wenn sie die Form
des Würfels verlassen:
■ ''Man findet nun oft die Ansicht vertreten, dass die einfachste Grundgestalt
eines Kleinhauses der Würfel sei. Das ergibt sich aus der Überlegung heraus,
dass ein quadratischer oder annähernd quadratischer Grundriss im Vergleich zu
einem rechteckigen bei gleichem Flächeninhalt den geringeren Umfang hat, was
eine Ersparnis an Umfassungsmauerwerk bedeutet. Demgegenüber ist die ungünstige
Raumaufteilung, die geringe Stellwandfläche ein Nachteil. Weiterhin ist das dem
würfelförmigen Baukörper entsprechende Zeltdach in seiner Konstruktion
unkompliziert. Doch der größte Nachteil eines Zeltdaches besteht darin, dass ihm
kein Dach eines Anbaues oder einer Erweiterung anzufügen ist.
■ Ein Würfelhaus mit Zeltdach ist der Konstruktion und Form nach ein in sich
geschlossenes Ganzes. Seine Eigenwilligkeit wirkt nur dort sehr gut, wo er als
Einzelerscheinung sein Selbständigkeit wahren kann, wie beispielsweise als
einzelner "Gartenpavillon" in einem Park oder in die Höhe gestreckt als Turm
über den Häusern der Stadt. Aneinandergereiht ergeben sie immer ein
disharmonisches Bild, weil ihre betonten Einzelerscheinungen sich nicht in ein
Ganzes einfügen lassen. Um die genannten Schwierigkeiten zu vermeiden, müssen
wir also für unsere Gartenhäuser eine andere Dachform wählen. Hier bietet sich
uns das flach geneigte Pultdach oder auch das flache [oder steilere] Satteldach
als die konstruktiv einfachste und formal befriedigenste Lösung an.''
Übrigens: Satteldächer [Spitzdächer] und Pultdächer sind neuerdings auch
deshalb hochinteressant, weil besonders am Gartenhaus unkompliziert
Photovoltaikanlagen und einfache Solaranlagen [Solarabsorber] installiert werden
können.
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