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Herbstgedicht Herbstgold von Johanna Rietzsch
Herbstgold
Nun gehen meine Füße
durch raschelndes Blättergold,
das haben die Bäume des Waldes
dem Herbst als Tribut gezollt.
Ich denk an die heißen Wünsche,
die grünten wie Sommerlaub,
sie mußten verwelken, verwehen,
und wurden des Windes Raub.
Als sie am Boden lagen,
da sah voller Staunen ich,
dass sie zu Gold geworden
und hatten bereichert mich.
Drum will ich's nimmer leiden,
daß drüber mein Herze klagt;
der Herr schenkt ein Größ'res doch immer,
wo er ein kleines versagt.
(Herbst 1924)
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