pictokon.net -> Bilder und Notizen über Seidelbast, kleine Ziersträucher:
Gemeiner Seidelbast Thymelaeaceae Daphne
mezereum L.
Der sommergrüne, wenig verzweigte, bis 1,5 m hohe Strauch kommt von Europa bis
Westsibirien und zum Altai in krautreichen Buchen-, Eichen-, Hainbuchen- und
Nadelmischwäldern vor.
Im März und April, noch vor dem Laubaustrieb, öffnen sich am Stamm die
röhrenförmigen Blüten. Die optische Wirkung geht von rosa gefärbten
Kelchblättern aus. Ihr starker Duft lockt Falter und Bienenverwandte als
Bestäuber an, kann beim Menschen jedoch Kopfschmerzen hervorrufen.
Ab Juni erscheinen glänzende, rote, 8mm große, kugelige Steinfrüchte, die -
ebenso wie alle übrigen Pflanzenteile -sehr stark giftig sind. Schon der Verzehr
einzelner Früchte kann tödlich sein.
Die Rinde enthält die nach dem Seidelbast benannten Giftstoffe Daphnetoxin und
Mezerein. Sie wird in der Homöopathie gegen Gürtelrose, hautleiden und
Augenentzündungen eingesetzt.
Trotz seiner Giftigkeit ist der Seidelbast als Frühblüher und Duftstrauch seit
alter her beliebt.
Pflegetipp: ein Verjüngungsschnitt muss unbedingt vor der Blüte durchgeführt
werden, nach der Blüte reagiert die Pflanze kaum darauf. An geschütztem Standort
im lichten Schatten bis Halbschatten auf gleichmäßig feuchten, kalkhaltigen
Böden gedeiht der Seidelbast am besten.
Er ist frosthart, reagiert aber auf Trockenperioden empfindlich.
Heimische Wildvorkommen des Seidelbast sind selten und stehen unter Naturschutz.
Die sächsischen bestände werden in der Roten Liste als gefährdet eingestuft.
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