Die Strikte Observanz: Ziele und Ziellosigkeit - und die sogenannten klerikalen Akten

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Bild: Biltafel aus den so genannten klerikalen Akten der Templer ...
Quelle: Geschichte der Freimaurerei in Deutschland, von Ferdinand Runkel (Berlin, 1942)

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Freiherr von Hund und die Strikte Observanz
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Übersicht: Freiherr von Hund und die Strikte Observanz

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Die Strikte Observanz: Ziele und Ziellosigkeit - und die sogenannten klerikalen Akten:

Das Auf und Ab der strikten Observanz hatte nach meiner Einschätzung als Ursache einen hauptsächlichen Grund:
und zwar das das Vorhandensein – oder das Nicht-Vorhandensein einer Vision.

Wie gesagt – man träumte zuerst vom Templerorden alter Stärke – dann gab es als Ziel sogar den Versuch
einer Staatsgründung im französischen Labrador und später in Russland, nachdem die Zarin Katharina II. im
Jahre 1763 durch einen Aufruf Ausländer aufgeforderte, sich in den Grenzen des Russischen Reiches niederzulassen.
Es wurde dann von der Zarin gut 40.000 Siedlern (überwiegend aus Deutschland kommend) Land in Kolonien,
in der Umgebung von Saratov an der Wolga, zugewiesen.

Hier plante Hund "einen neuen und unabhängigen Staat zu stiften, wo kein einzelner Wille und
keine unabhängige Ober-Gewalt herrschet".
Der Plan scheiterte wenig später an der Uneinigkeit der Ordensmitglieder und besonders weigerten sie sich
Gelder für Projekte zu opfern, die ihnen gegenüber geheim gehalten wurden.
--> Deutsche Auswanderer in Russland ( Saratow) >>

von Hund schreibet 1763 in einem Brief: „Wir sind jeder Zeit bedacht gewesen das alte Ordenssystem,
von welchen die Freimaurer eine Art eines bloßen Noviziats ausmachen, in welchen man Menschen
prüfen und kennen lernen sucht, in seiner Reinheit zu erhalten,
und folglich sind wir auch niemals gewohnt gewesen, Sinnbilder, Hieroglyphen und Rätsel, als welche
lediglich im Noviziat oder der Freimaurerei ihren Platz finden können, im hohen Orden selbst,
als welchen sie gar nicht zukommen zu admittieren. „
Dieses Denken zeigt uns letztlich, dass der Orden im Gegensatz zur Maurerei exoterische Ziele verfolgte;
also politische Ziele.

Hund schaffte es, die Vision der Ordensneugründung Wirklichkeit werden zu lassen, doch nachdem er mit
vielerlei Entbehrungen und Beschwernissen das Ziel erreicht hatte, fehlte der Zweck, den diese aufgestellte
Truppe weiter verfolgen sollte. Und so gab es aus dieser Ziellosigkeit heraus - und aus verschiedensten anderen
Quirälen, wie das Scheitern eines so genannten „ökonomischen Planes“, der die die Schaffung einer
Pensionskasse für den inneren Kern des Ordens vorsah – für Hund Phasen wirklicher Ermüdung und Depression.

Eine letzte positive Wendung, vor der späteren Selbstauflösung des Ordens, war die Hinwendung von politischen
Visionen, hin zu esoterischen Zielen:

Anstoß gab dazu die Aufarbeitung der so genannten „klerikalen Akten“ des überkommenen geistig-esoterischen
Gedankengutes aus dem hohen und späten Mittelalter - zu finden in den Archiven der verschiedensten
Freimaurerlogen – übrigens auch im Archiv der Schwerterloge - und diese gehen in ihrer Autorität auf folgende
Geschichte zurück: „zur Zeit der Blüte des Volkes Israel waren es die Essener gewesen, die jene esoterischen
Forschungen betrieben und sich durch alle Fährlicheiten der Jahrhunderte fortgepflanzt hätten.

Durch sieben syrische Christen, die zur Zeit der Kreuzzüge sich vor den Sarazenen geflüchtet und bei den
Tempelherren Schutz und Aufnahme gefunden hätten, sei die geheime Wissenschaft an den Orden gekommen
und durch die Kleriker bis auf die Neuzeit bewahrt worden. Nach Aufhebung des Ordens habe sich der
Geheimbund (der Templerischen Kleriker) der Freimaurerei als Hülle bedient.“

Ich erinnere hier nochmals, das der Templerorden aus 4 Klassen bestand: da gab es 1. die Waffenritter
(die kämpfende Brüder), 2. die geistige Elite – die Kapläne (die betenden Brüder), 3. die Knappen und
Herolde (dienende Brüder) und 4. alle Hausleute, Landarbeiter, Knechte und Handwerker: als die arbeitenden Brüder.
Die Handwerker aber waren aber nochmals geteilt in:
4a) Gesellen der Pflicht (Schreiner und Schlosser) und
4b) in Meister der Axt (Zimmerleute) und
4c) in die Gesellen der Freiheit das waren die Baumeister und Steinmetze –
und wenn ich richtig recherchiert habe, trugen diese blaue Ordensgewänder.

Die Kapläne überdauerten die dunkle Zeit des Ordens in den verschiedensten Vacetten,
etwa in den Organisationsformen der Rosenkreuzer.

Die mystischen Wissenschaften, welche gleichfalls die Zeiten des späten Mittelalters bis zur Neuzeit hin im
Untergrund überlebten, lehren im Kern nicht anderes, als eine individuelle esoterische Wahrnehmung
der Lebenswirklichkeit – denken wir hier nur an das Motto des Freimaurerlehrlings: „erkenne dich selbst“- dieser
Hinwendung zum Individuum steht die exoterische Lebenswahrnehmung der profanen Welt und Religiosität diametral entgegen.

Diese Gedanken rücken das Individuum des Menschseins in den Vordergrund und seine Individualität und
seine innere, nicht kontrollierbare Freiheit – das ist das völlige Gegenteil eines strikten, von außen kontrollierbaren
Gehorsams – und damit wurde die Strikte Observanz von innen heraus letztlich freimaurerisch und sie löste sich sechs
Jahre nach dem Tode des Freiherrn von Hund auf dem Konvent von Braunschweig im Jahre 1782 von selber auf.

ein weiterer Grund:
Die Schriften der vermeintlichen Templer sind natürlich, wenn vielleicht auch über den Weg des Templer-Ritterordens,
gleichen Ursprungs, wie die Schriften der Hermetiker (Renaissance) und die der Alchemisten sehr mystisch
und symbolistisch gehalten. Die Neuentdeckung dieser antiken Philosophien (welche sich über die Zeiten
reichlich mit naiver mittelalterlicher Mystik vermengt hatten) zog natürlich (und besonders im geistlich-barocken Dresden)
zahlreich Scharlatane, Quacksalber und Okkultisten an, welche in den Gesellschaftskreisen der Strikten Observanz
im wahrsten Sinne des Wortes, die Sau raus ließen ... das war aber eher eine allgemeine Zeiterscheinung jener
barocken Epoche und nichts Freimaurerisches.
Doch dieses schwärmerische Unwesen sollte sich bald mit der zunehmenden "fritzischen" Gesinnung in den deutschen Ländern ändern.

Friedrich der Große (1712-1786) - selber Gründer der Großen National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln" - verkörperte mit seiner Person bereits das Denken einer neuen Zeit der Rechtsstaatlichkeit und Bildung ... usw.
Dem rationalistisch gesinnten Friedrich II war die oben beschriebene und zunehmende "Geisterseherei und Goldmacherei" zuwider,
auch das ausgeprägte Titelwesen der Strikten Observanz. Beide Untugenden machten sich durch die Einflüsse des
SO-Templerorden in den Freimaurerlogen bemerkbar, in zunehmenden Maße auch in den Logen
der fritzschen "Drei Weltkugeln".
Friedrich ging gegen diesen Ungeist in den Freimaurerlogen sogar mit polizeilichen Maßnahmen vor (1779), natürlich ohne die
Freimaurerei selber zu verbieten - eher, um ihr mit Nüchternheit Grenzen gegen spekulative Uferlosigkeit zu setzen -
und: "aus dem preußischen, dem fritzischen Geist heraus erhielt denn auch die strikte Observanz den entscheidenden Stoß,
der das Ende einleitete."

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