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Maria Kind und Prohet Isais, Jesaja
Christentum Geschichte um 1926: Maria mit Kind. Links von ihr der alttestamentliche Prophet Jesaja [Isais] - Malerei aus der bekannten Priscilla-Katakombe, 2. christliches Jahrhundert. Die Madonna mit Kind und Prophet gilt als älteste Madonnendarstellung.
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Jungfrau Maria, Symbolik
Jungfrau Maria, Marienverehrung II
Zu der Frage, wann in der römischen Kirche eine gewisse Verehrung der Jungfrau Maria begann, gibt es noch keine endgültige Antwort. Vielleicht hilft da aber ein wenig die kunstwissenschaftliche Betrachtung alte Mariendarstellungen weiter - nach Dr. Wilhelm Neuss, Die Kunst der alten Christen, Augsburg 1926:
"Auffallend groß ist die Zahl und Art der frühen an den römischen Gräbern vorkommenden neutestamentlichen Stoffe, wenn auch manche nur vereinzelt vertreten sin. Zweimal, in S. Priscilla und SS. Pietro e Marcelino, begegnet uns in dieser zeit bereits die Verkündigung Mariä. Der Engel, ein Jüngling im langen Gewande - die Flügel hatte die Kunst noch nicht als Attribut der Engel aus der heidnischen Kunst übernommen -, steht vor der sitzenden Jungfrau. Vielleicht noch etwas älter als die Fresken ist eine berühmte Darstellung in der Laibung eines Arkosolgrabes in Priscilla (Bild oben), in der man trotz abweichender neuerer Erklärungsversuche [Anfang 20. Jahrhundert] nichts anderes erblicken kann als die älteste Darstellung Mariens mit dem Kinde und vor ihnen der Prophet Jesaja [Isais].
Das Gemälde ist noch von der ganz sinnlichen Kraft der besten hellenistischen Kunst erfüllt. Maria hat die vollen Formen einer heroischen Frauengestalt. Der kräftige nackte Knabe, der nach ihrer Brust greift und den Besucher mit großen Augen ansieht, strotzt von Leben und Gesundheit.
Der Mann vor ihnen, nach Philosophenart nur mit dem Pallium bekleidet, das rechts Arm und Schulter freilässt, weist auf einen Stern über dem Haupte Mariens hin.
[Der auf den Stern von Bethlehem weisende Prophet ist eine merkwürdige Unkorrektheit, denn es war die Prophezeiung des Bileam: Bileams [Balaams] Weissagung, 4. Buch Mose, Numeri Kapitel 24 Vers 17. Die Unkorrektheit geht auf den, etwa zur selben Zeit in Rom lebenden Justinus den Märtyrer (um 100-165 n.Chr.) zurück, der die Weissagung vom Stern irrigerweise dam Jesaja in den Mund legte]
Im dritten Jahrhundert kommt dieselbe Darstellung vielleicht noch einmal vor in S. Domitilla.
Die Geburt Christi ist der Katakombenmalerei der vorkonstantinischen Zeit fremd. Dafür tritt, ganz wie in der Liturgie, die Epiphantie Christi, also die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland, ein ..."
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