Im ersten Jahrhundert besaßen die Christen Roms keine eigenen Friedhöfe. Wer Grundbesitzer war, der bestattete seine Toten auf eigenem Land, sonst benutzten die Christen die allgemeinen Friedhöfe der Stadt. Der Apostel Petrus könnte so in der Nekropole auf dem heutigen Vatikanischen Hügel beigesetzt sein und der Apostel Paulus in einer Nekropole an der Via Ostiense.
Die ältesten Katakomben sind auch keine chritlichen Grabstätten, sonderen sie stammen aus vorchristlicher Zeit. So sind zum Beispiel jüdische Katakomben (Catacombe Ebraiche) an der Via Appia Antica erhalten, doch die Christen übernahmen schnell den Brauch [spätestens in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts], ihre Toten in Katakomben zu bestatte. Viele der Bestattungsplätze entstanden und entwickelten sich um die Familiengrabstätten von neubekehrten Christen.
[manchmal übernahm die Kirche sogar die direkte Organisation und Verwaltung als Gemeindefriedhof, etwa die Katakomben des hl. Kallixtus]
Durch die Bestattung von Märtyrern wurden die Katakomben auch Stätten der Verehrung, an denen Gottesdienste stattfanden. In Verfolgungszeiten dienten die Katakomben nur in Ausnahmefällen als Zufluchtsort für die Feier der Eucharistie. Katakomben wurden nicht als Geheimverstecke der Christen benutzt - dies sind romantische Roman-Legenden.
Beim Einfall der Ostgoten und Langobarden im 5. Jahrhundert wurden viele Katakomben zerstört. Mit dem Niedergang Roms gerieten sie allmählich in Vergessenheit. Im 8. und 9. Jahrhundert ließen die Päpste die Reliquien der Märtyrer aus den Katakomben vor der Stadt aus Sicherheitsgründen in die Kirchen Roms bringen, etwa nach Santa Prassede, wo die Gebeine von 2.000 Märtyrern in der Krypta ihre letzte Ruhestätte fanden. Erst in der Neuzeit begann die Wiederentdeckung und systematische Erforschung der römischen Katakomben, besonders von dem Katakombenforscher Antonio Bosio (1575-1629) und dem Archäologen Gian Battista de Rossi (1822-1894).
[nach wikipedia 2/09]
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