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Evangelium nach Johannes: Kapitel 4, 27 - 54 [Christen in Sychar, Heilung des Sohnes eines Beamten]
[zum Bild: frühchristliche Bildkunst aus dem 2. Jahrhundert! und ein Indiz dafür, welche Bedeutung, Verbreitung und Beliebtheit damals schon das Evangelium des Johannes hatte. Wandmalerei aus der Prätextat-Katakombe zu Rom, auch Museum]
■ Und über dem kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Doch sprach niemand: Was fragst du? oder: Was redest du mit ihr? Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging hin in die Stadt und spricht zu den Leuten: Kommt, seht einen Menschen, der mir gesagt hat alles, was ich getan habe, ob er nicht Christus sei! Da gingen sie aus der Stadt und kamen zu ihm.
■ Indes aber baten die Jünger Jesus und sprachen: Rabbi, iss! Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt. Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen des, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. Saget ihr nicht: Es sind noch vier Monate, so kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebet eure Augen auf und sehet in das Feld; denn es ist schon weiß zur Ernte.
■ Und wer da schneidet, der empfängt Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, auf dass sich miteinander freuen, der da sät und der da schneidet. Denn hier ist der Spruch wahr: Dieser sät, der andere schneidet. Ich habe euch gesandt, zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet und ihr seid in ihre Arbeit gekommen.
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■ Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus der Stadt um des Weibes Rede willen, welches da zeugte: Er hat mir gesagt alles, was ich getan habe. Als nun die Samariter zu Jesus kamen, baten sie ihn, dass er bei ihnen bliebe; und er blieb zwei Tage da. Und viel mehr glaubten um seines Wortes willen und sprachen zum Weibe: Wir glauben nun hinfort nicht um deiner Rede willen; wir haben selber gehört und erkannt, dass dieser ist wahrlich Christus, der Welt Heiland. [Retter, Arzt und Heiler der Welt]
[Hier ein Zeugnis davon, das Jesus zu seiner Lehrzeit auch an diesem Ort eine christliche Gemeinde etablierte. Das Besondere ist hier, dass die Menschen in der Stadt Sichar weniger durch Wundererzählungen zum Glauben an Jesus kamen, sondern vor allem durch seine Worte. Man kann davon ausgehen, dass Jesus hier lange und viel mit den Menschen redete und das hier auch viel seiner mündlichen Lehren aufgenommen und bewahrt wurden.]
■ Aber nach zwei Tagen trennte er sich von ihnen und zog nach Galiläa. Denn er selber, Jesus, zeugte, dass ein Prophet daheim nichts gilt. Da er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, da sie gesehen hatten alles, was er zu Jerusalem auf dem Fest getan hatte; denn sie waren auch zum Fest gekommen. Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, da er das Wasser hatte zu Wein gemacht.
■ Und es war ein königlicher Beamter, des Sohn lag krank zu Kapernaum. Dieser hörte, dass Jesus kam aus Judäa nach Galiläa, und ging hin zu ihm und bat ihn, dass er hinabkäme und hülfe seinem Sohn; denn er war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubet ihr nicht. Der Beamte drängte und sprach zu ihm: HERR, komm hinab, ehe denn mein Kind stirbt! Jesus spricht zu ihm: Gehe nach hause, dein Sohn lebt! Da glaubte der Mann dem Wort, das Jesus zu ihm sagte. Und wanderte heim. Und indem er hinabging, begegneten ihm seine Knechte, verkündigten ihm und sprachen: Dein Kind lebt.
■ Da forschte er von ihnen die Stunde, in welcher es besser mit ihm geworden war. Und sie sprachen zu ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, dass es um die Stunde wäre, in welcher Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das andere Zeichen, das Jesus tat, da er aus Judäa nach Galiläa kam.
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