Archeologische Grabungen Gewachsener Boden Relativ Flach

Dohna Kirchhof April 2009 04 Archeologische Grabungen Gewachsener Boden Relativ Flach
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Foto Thomas
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Dohna Kirchhof April 2009 04 Archeologische Grabungen Gewachsener Boden Relativ Flach
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■ Im April 2009 fanden auf dem Dohnaer Kirchhof an der Marienkirche archäologische Grabungen statt. Die Ausgrabungen wurden vom archäologischen Landesamt durchgeführt mit Herr Schubert als Ausgrabungsleiter. Die Ausgrabungen waren erforderlich, weil die Dohnaer Ev. luth. Kirchgemeinde einen barrierefreien Zugang zur Kirche schaffen will, was sicher recht kompliziert ist, wenn man die Gegebenheiten vor ort kennt. Den Anstoß für die Bauarbeiten dazu gaben die Johanniter, die durch das Altenheim in Heidenau [früher das Dohna, Heidenauer Krankenhaus] nun in unmittelbarer Nähe sind und für Gottesdienste gern die Dohnaer Kirche nutzen wollen. Wegen der fehlenden Rollstuhlzufahrt hat der Johanniterorden den Kirchenvorstand wohl schon immer gedrängt, den lange nötigen Bau nun auch finanziell unterstützt.

■ Zu den Grabungen: ich habe mich erkundigt, ob die Grabungen auf dem Kirchhof irgendeine Erkenntnis zur alten Dohnaer Burganlage gebracht haben. Dr. Speer hat ja seiner zeit in seiner Literatur darüber spekuliert, dass hier einmal die Vorburg der Dohnaer Burggrafen gestanden hat. Doch dafür ergaben sich bei den Grabungen keinerlei Anhaltspunkte meinte Herr Schubert - es hätte wesentliche Funde an Keramik geben müssen, wenn hier einmal Burggelände gewesen wäre.

■ Es sieht wohl eher so aus, dass sich hier schon immer ein Friedhof neben der Kirche befand. Bestattungen wurden wohl gefunden, die bis in das 13. Jahrhundert reichen. Interessant war auch, dass die ältesten Gräber etwas anders in der West-Ost Ausrichtung [Füße nach Osten] gelagert sind, was darauf hinweist, dass die alte Kirche etwas verdreht zum jetzigen Bauwerk stand.

■ Die Friedhofsmauer, zur Pfarrstaße hin ist nicht besonders alt [18 . und 19. Jahrhundert] und die überbauten Gräber zeigen, dass der Friedhof in dieser Zeit verkleinert wurde - vielleicht um die Straße zu verbreitern ... Es sind ja auch Skelettfunde bekannt , die vor der Knabenschule bei Erdarbeiten gefunden wurden [80er Jahre?], also auch ein Indiz, dass der alte Kirchhof nach und nach verkleinert wurde. Vielleicht im Zusammenhang mit der Nutzung des alten Pestfriedhofes [der jetzige Dohnaer Friedhof, ca. 520 Jahre alt?] und durch die stetige Verkleinerung das ehemals sehr großen Dohnaer Kirchspiel, etwa nach der Anlage des Kleinzschachwitzer Friedhofes um 1880].

Literatur: Oexle, J. - Frühe Kirchen in Sachsen - Ergebnisse archäologischer und baugeschichtlicher Untersuchungen. Stuttgart 1994 [auch in: Veröffentlichungen des Landesamtes für Archäologie, Bd. 23, ISBN 3910008305]