Kriegsverletzte Sanitätsdienst

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01 13 ru Zeitgeschichte 05 2 Kriegsverletzte Sanitätsdienst
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Foto Cornelius
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Verwundetenbehandlung durch künstliche Höhensonne. Schon lange weiß man, dass die außerordentliche Heilwirkung des Sonnenlichtes von den unsichtbaren sogenannten ultravioletten Strahlen herrühre, und man trat daher den Gedanken einer künstlichen Herstellung von Sonnenbädern näher. Nachdem Dr. Arons im Jahre 1892 den Quecksilberlichterbogen entdeckt und der amerikanische Ingenieur Cooper Hewitt eine Reihe von Jahren darauf die erste brauchbare Quecksilberlampe fertiggestellt hatte, gelang es Heraeus in Hanau, ein Quarzglas herzustellen, das weit höhere Temperaturen aushält als Glas und für ultraviolette Strahlen ungleich durchlässig ist. Die von der Quarzlampengesellschaft in Hanau gebaute Quarzlampe hat es dann ermöglicht, ultraviolette Strahlen in Form von künstlichen Sonnenbädern medizinisch zu verwerten. Die neue Quarzlampe, die unter dem Namen "Künstliche Höhensonne" bekannt ist, findet gegenwärtig in den Kriegslazaretten umfangreiche Verwendung. Vor allem sind es größere Hautdefekte nach Erfrieren, Verbrennen und Kontusionen, sowie hartnäckige eiternde Knochenverletzungen, die für diese Behandlung in Frage kommen. Meistens tritt schon nach der zweiten oder dritten Bestrahlung ein Erfolg ein, die Haut bildet sich mit auffälliger Geschwindigkeit neu. Die Bestrahlungen werden zu Anfang nur je ein paar Minuten fortgesetzt; allmählich steigert man ihre Dauer bis auf eine halbe Stunde. Wichtig ist die auffällige Hebung des Kräftezustandes und das bald eintretende Sinken der Körpertemperatur. Die Wunde wird durch die Bestrahlung gleichzeitig desinfiziert. Auch bei Wundstarrkrampf sind gute Erfolge erzielt worden.
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