Rotes Kreuz Opferbehandlung

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01 13 ru Zeitgeschichte 05 1 Rotes Kreuz Opferbehandlung
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In die Hände der Daheimgebliebenen befahlen sie die Ihrigen, sie, deren Fäuste nun auf den Feind schlagen, ja eine Welt von Feinden zertrümmern sollten.
Zuletzt aber ging und geht dieser Krieg um unser deutsches Sein im tiefsten Sinn! Um unsere Art zu erleben und zu gestalten, um unsere Art, Geschichte zu ertragen und zu tragen, um unsere Art, dem Sinn des Lebens zu dienen und Gott zu erfassen und zu offenbaren! Unser Segen aber, unter dem das deutsche Volk in diesem Krieg gesandt wurde, war ja gerade dies, dass wir wir uns neu und tiefer als zuvor zu dieser unseren Art, als einer gottgewollten und ewig wertvollen, bekannten! Im Augenblick, da wir zum Kampf um unsere deutsche Seele aufgerufen wurden, ward uns aus den Schatzkammern unserer Geistesgeschichte, ja aus den Händen Gottes selbst diese Seele neu geschenkt und eingebunden, anvertraut und versiegelt. Eine neue Geschichte deutschen Welterlebens, deutschen Geschichtserschaffens, deutschen Gottergreifens begann! Ein neues Land des Innenbesitzes der Menschheit wurde uns überwiesen, über dessen fruchtbare Gefilde der Pflug und die Saat der neuen großen Zeit kommen sollte! Wer sollte den Acker bestelle, wer sollte die vom Sturm der Geschichte uns zugewehten Keime einpflanzen, hegen und Pflegen? Wer solle die Taten, die draußen und drinnen geschahen, in ihrer geschichtsbildenden Kraft wirksam werden lassen? Wer sollte das Brausen des Geistes, der das ganze deutsche Haus neu erfüllte, einfangen und einsaugen, so dass es zum bleibenden Lebensatem des Ganzen und der künftigen Geschlechter würde? Wer sollte die Probleme und Verwicklungen, die die neue Aussicht und die gewaltige Seelenerschütterung brachte, mit jener Innerlichkeit und Tiefe, die den deutschen Charakter auszeichnet soll, in Angriff nehmen und bewältigen? Die da draußen in ihrem Gefechtsabschnitt stehen, von täglichen Gefahren umringt, den leiblichen Nöten und Bedürfnissen gezwungenermaßen ganz hingeben und doch den letzten Fragen des Lebens stündlich gegenüberstellen, - die da draußen konnten, ja durften es nicht einmal! Sie müssen diese heilige Pflicht den Daheimgebliebenen überlassen, sie fordern sie von ihnen und sie haben ein blutig versiegeltes Recht darauf!
Haben wir diese unsere Pflicht erfüllt? Mit derselben Treue und demselben Erfolg wie die, die für uns hinausgezogen sind? Haben wir mit Herzen, Mund und Händen, mit Kopf und Seele uns dem Ruf, der vom höchsten Thron, vom Herren unserer Geschichte, an uns alle erging, die wir von unseren Brüdern im Felde erwarten? Jeden Tag erwarten, wenn wir vor den täglichen Heeresberichten flehen und nach Siegen ausschauen?
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